Gut, dass Grün einen Beitrag geschrieben hat!

Ich hatte schon ganz vergessen, dass ich auch noch meine Meinung dazu preisgeben wollte.
Ich bin selbst auf einer katholischen Schule. Da sind jetzt ehrlich gesagt weniger Konfessionslose oder Schüler, die anderen Religionen außer dem Christentum angehören. Aber es gibt durchaus viele Papier-Christen bzw. Leute, die sich selbst als Atheisten bezeichnen.
Trotzdem feiern alle Schüler gerne Weihnachten oder andere christliche Feste in der Schule, ganz egal, woran sie glauben. Man muss diese Feste nicht unbedingt an die Religion gebunden sehen. Ich denke, es geht einfach um die Atmosphäre.
Außerdem befinden wir uns in einem Land, in dem nunmal die vorherrschende Religion das Christentum ist. Gerade Weihnachts-Bräuche sind überall in der Gesellschaft vertreten (Stichwort: Weihnachtsmarkt). Jemand, der in Deutschland lebt und sich integrieren möchte, wird wohl kaum daran vorbeikommen. Ja, ich finde es sogar wichtig, sich als Andersgläubiger oder Ungläubiger zumindest damit zu beschäftigen, was die Mehrheit in meinem Land glaubt. Mal ganz abgesehen davon, dass gerade die Papier-Christen (die unterscheiden sich von Konfessionslosen, da sie zumindest eine halbwegs christliche Erziehung genossen haben) doch eigentlich die sind, die an Weihnachten die Kirchen wieder füllen und eben genau an diesem Fest wieder zu einem Teil der Gemeinde werden, ist Weihnachten doch ein Fest, das auch Konfessionslose und sogar Andersgläubige mit einbeziehen kann.
Ich finde es also nicht schlimm, nein sogar gut, dass man Weihnachten in der Schule feiert. Das stärkt insgesamt schon die Gemeinschaft. Es muss aber dann auch natürlich nicht jedes mögliche christliche Fest gefeiert werden.
Dass man Kirche und Staat trennen muss, steht wohl außer Frage, aber das heißt ja noch lange nicht, dass eine strikte Trennung zwischen Religion und Schule stattfinden soll. Ich finde, Grün hat ganz Recht, wenn sie sagt, Religion gehöre auch zur Allgemeinbildung.
Religionsunterricht ist bei mir in der Oberstufe schon mehr Theologie und das ist eine Wissenschaft, also eigentlich objektiv, soweit das überhaupt je möglich ist. Wenn es gerade Mal keine Theologie ist, ist es eben Philosophie oder Ethik. Bei uns im Unterricht darf man auch frei seine Meinung äußern, wenn man anders über etwas denkt, als es der christliche Glaube eigentlich vorschreiben würde. Eigene Reflexion ist sogar gerne gesehen. Es dürfte also nicht das Problem für einen Nichtchristen sein, sich in diesem Unterricht einzubringen.
Im Umkehrschluss müssen aber auch wir dazu bereit sein, uns mit anderen Religionen zu beschäftigen. Auch das wird doch im Religionsunterricht gemacht. Man lernt, was andere Religionen für Feste und Traditionen haben. Man schaut sich bestimmte Glaubensvorstellungen an. Das fördert die Offenheit und das Verständnis anderen Kulturen gegenüber.
Soweit ich weiß, gibt es in Städten, in denen sehr viele Muslime wohnen, auch schon muslimischen Religionsunterricht in Schulen, genauso wie man in solchen Stadtteilen manchmal auch Türkisch als Fremdsprache in der Schule lernen kann.
Außerdem sagte Grün ja bereits, dass man Religion auch abwählen kann. Wer also wirklich gar nicht einsieht, den Religionsunterricht zu besuchen, der kann sich auch einfach dagegen entscheiden.
Insgesamt finde ich es also wichtig, dass Religion in der Schule auch in Zukunft einen Platz hat. Vielleicht sogar gerade in der Zukunft, da verschiedene Kulturen und Religionen räumlich immer mehr zusammenrücken. Das bereitet vielen Leuten Angst und sie reagieren mit Hass und Ablehnung, was eben das ist, was weder ethisch noch religiös berechtigt ist, einfach nur ein Produkt aus Unwissenheit und Verschlossenheit gegenüber Fremdem.
Die Religionen müssen einander verstehen und aufeinander zugehen. Dazu muss man sich aber in der Öffentlichkeit damit beschäftigen. Welcher Ort ist also besser dafür geeignet als die Schule, die jedes Kind besuchen muss?