Ich glaube da muss ich zwischen zwei Szenarien ihres Fehlen unterscheiden:
1. das mir durch den Vertretungslan einen Tag vorher angekündigte Fehlen
2. das urplötzliche, ohne Vorwarnung...
Es war immer einfacher für mich, damit umzugehen, wenn ich mich schon vorher darauf einstellen konnte, sie am nächsten Tag nicht zu sehen. Natürlich hat da so manches Mal der Antrieb gefehlt, morgens überhaupt aus dem Bett zu kommen. Doch mit der Zeit empfand ich es eher als erlösend und befreiend, nicht immer und überall die Augen offen halten zu müssen, um sie ja nicht zu verpassen. Zudem musste ich mir keine Gedanken darüber machen, ob wir uns grüßen/ unterhalten/ ignorieren würden.
Das ging ja schon morgens auf dem gemeinsamen Schulweg los. Sie hätte mich ja jederzeit von hinten aufm Rad überholen können... da hat ein Weg von normalerweise 5 Minuten schonmal locker das Dreifache gedauert. Ich wusste ja nie, wann sie losfährt.
Außerdem hätten mich meine Freunde irgendwann für bescheuert gehalten, da ich die Pausen nach Möglicheit nie im Klassenraum verbringen wollte. Ihr wisst ja nicht, wie oft ich in die Caféteria, zur Toilette oder zum Lehrerzimmer gegangen bin, nur um da mal rauszukommen
Meine Freundinnen wollten die Pausen nämlich immer lieber im warmen Klassenraum verbringen, anstatt auf den Gängen oder der Pausenhalle rumzulungern -.-"
Einen richtigen Stich ins Herz hat es mir versetzt, wenn ich morgens an der Schule ankam, die feste Überzeugung vertretend, sie anzutreffen, und ich schon von weitem ihr Auto/ Fahrrad nicht erkennen konnte. Der Blick auf den Plan hat meine Befürchtungen dann nur noch bewahrheitet.
Da war der Tag dann meistens gelaufen und ich war nur in den wirkich relevanten Schulstunden anwesend.
Was sollte ich auch da mit dem Wissen, ihr nicht über den Weg laufen zu können? Schließlich war ich darauf angewiesen, sie flüchtig auf den Gängen oder am Lehrerzimmer zu treffen, da sie mich in der Oberstufe (und stärkster Phase der Verliebtheit) nicht mehr unterrichtete.
Richtig schlimm war ihr Fehlen für mich kurz vor dem Abitur. Wenn die Schulzeit schon vorbei sein würde, dann wollte ich sie wenigstens noch so oft wie möglich sehen
